Wiederherstellung, Sanierung, Restaurierung und außerordentliche Instandhaltungsarbeiten: Wo liegt der Unterschied?

Wiederherstellung, Sanierung, Restaurierung und außerordentliche Instandhaltungsarbeiten: Wo liegt der Unterschied?

Es besteht oft Verwirrung über die Begriffe Sanierung, Modernisierung und außerordentliche Instandhaltungsarbeiten, da sie häufig verwechselt werden. Jeder Begriff hat jedoch eine genaue Definition, die bestimmte Vorschriften und oft steuerliche Vorteile beinhaltet.

Wiederherstellungsarbeiten an Gebäuden

Die Wiederherstellungsarbeiten an Gebäuden beinhalten Maßnahmen, die darauf abzielen, den Verschleiß, dem Gebäude im Laufe der Zeit ausgesetzt ist, rückgängig zu machen. Sie sollen die Sicherheits- und Komfortstandards verbessern und das Gebäude an neue ästhetische Standards anpassen. Beispiele hierfür sind:

  • Abriss und Wiederaufbau eines Gebäudes, auch wenn es in Form und Größe gleich bleibt
  • Umwandlung von Nebenflächen wie Dachböden oder Kellern in Wohnraum
  • Erweiterungen, die innerhalb von 20% des bestehenden Volumens liegen
  • Änderung der Gebäudeansichten
  • Nutzungsänderung und Trennung von Gebäudeeinheiten

Außerordentliche Instandhaltungsarbeiten

Unter außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten versteht man Arbeiten, die die Struktur und Nutzung eines Gebäudes nicht wesentlich verändern, aber dazu dienen, das Gebäude zu erhalten, an aktuelle Standards anzupassen und sein Erscheinungsbild zu verbessern. Beispiele hierfür sind:

  • Austausch von Außenrahmen, Türen und Fenstern mit Änderung des Materials und der Art
  • Bau und Anpassung von Schornsteinen, Heizungsanlagen, Sicherheitstreppen, Aufzügen, etc.
  • Verstärkung von Strukturen in Fundamenten oder Aufständerungen
  • Renovierung von Treppen und Rampen

Zu den allgemeinen Instandhaltungsarbeiten gehören der Austausch von Böden und bestehenden Systemen, die Renovierung eines Badezimmers oder einer Küche, das Versetzen einer Tür oder der Austausch und die Wartung von Teilen bestehender Systeme.

Restaurierung und konservative Restaurierung

Bei Kulturgütern mit historischem, architektonischem und ökologischem Wert spricht man von Restaurierung. Ziel ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands und die Erhaltung und Aufwertung des Gebäudes. Hierbei sind andere Materialien und Techniken erlaubt, solange sie dem Gesamtcharakter des Gebäudes entsprechen.

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Konservative Restaurierung bezieht sich auf Maßnahmen, die hygienisch, funktional und statisch geeignet sind, um das Gebäude wiederherzustellen, und die am Gebäude selbst durchgeführt werden können.

Stadtsanierung

Das Ziel der Stadtsanierung besteht darin, städtebauliche Mängel und oft auch soziale Missstände in städtischen Gebieten zu beseitigen. Sanierungsarbeiten umfassen oft die Renovierung von Räumen und Gebäuden, aber das Sanierungsprojekt ist umfassender und berücksichtigt das Wohlbefinden der Bewohner sowie die allgemeine Verbesserung des Sanierungsgebiets in Bezug auf Ästhetik, Kultur, Hygiene und Sicherheit.

Nachhaltigkeit, Wiederherstellung und Aufwertung

In einer Welt, in der ökologische Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, ist die Idee der Wiederherstellung von Gebäuden anstatt des Neubaus ein wesentlicher Bestandteil des nachhaltigen Wachstums. Dabei wird das bestehende architektonische Erbe erhalten und optimiert.

Ebenso wichtig ist das Konzept der öko-nachhaltigen Sanierung, bei der umweltfreundliche Baumaterialien und Techniken zum Einsatz kommen, um Energieeinsparungen durch Wärme- und Schalldämmung sowie die Nutzung erneuerbarer Energiequellen zu optimieren.