Warum ich Architektin wurde

Warum ich Architektin wurde

Bild von Margarete Schütte-Lihotzky

Margarete Schütte-Lihotzky, eine beeindruckende Frau, begabt, lebenslustig, mutig, selbstbewusst, weltläufig und engagiert, ist längst zur Identifikationsfigur unter den deutschsprachigen Architektinnen geworden. Ihr bewegtes Leben als Architektin und politischer Einsatz im kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus sind in ihrem Buch festgehalten. Doch erst kürzlich wurden ihre Erinnerungen an ihr Leben als Architektin entdeckt und nun zum zweiten Mal veröffentlicht.

Eine Architektin mit klarem Blick

Die Lektüre der Erinnerungen von Margarete Schütte-Lihotzky zeugt von einem sehr sachlichen Blick auf die Welt. Die Art und Weise, wie sie von sich erzählt, ist schnörkellos und lässt keinen Platz für Pathos oder selbstbeweihräuchernde Erinnerungen. Was zählt, ist die Sache. In klar strukturierter und angenehm sachlicher Sprache gibt die Architektin Auskunft über ihr bewegtes Leben und ihr Wirken.

Die Revolution in der Küche

Besonders interessant sind Schütte-Lihotzkys Ausführungen zur Siedlerbewegung und dem Leben am Existenzminimum in Wien sowie zum “Neuen Bauen in Frankfurt” unter Ernst May. Ihre detailversessene Küchenplanung nach den Bedürfnissen der modernen Frau wird in diesem Buch ausführlich beschrieben. Es bietet beste Einblicke in das Wirken einer Frau, die maßgeblich dazu beitrug, das Wohnen im Frankfurt der zwanziger Jahre neu zu erfinden.

Architektur als Mittel zur Verbesserung der Lebenssituation

Für Margarete Schütte-Lihotzky war Architektur mehr als nur das Entwerfen und Bauen von Gebäuden. Es ging ihr immer darum, die Lebenssituation von Menschen zu verbessern. In ihren Erinnerungen wird deutlich, dass sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der vom Wohlstand ausgegrenzten Menschen stark engagierte. Dieses Buch ist unbedingt lesenswert, denn es zeigt auf spannende und inspirierende Weise, welche Rolle Architektur für die Gesellschaft spielen kann.

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Ein Must-Read für Architektur-Interessierte

“Warum ich Architektin wurde” ist ein Buch, das vornehmlich für Architektur-Interessierte gedacht ist. Doch durch seine gut lesbare Darstellung und den höchst interessanten Werdegang der Architektin ist es auch für andere Leser sehr empfehlenswert. Die lebhafte Betrachtungen von Margarete Schütte-Lihotzky ermutigen den Leser zu Gemeinschaftssinn und moralischem Handeln. Es ist ein Buch von großer Bedeutung, das in keiner Architekturbibliothek fehlen sollte.