Viagra bleibt rezeptpflichtig: Potenzmittel weiterhin nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich

Viagra bleibt rezeptpflichtig: Potenzmittel weiterhin nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich

Vor knapp 25 Jahren revolutionierte das US-Unternehmen Pfizer mit der blauen Pille Viagra die Medizinwelt. Seitdem ist Viagra das bekannteste Potenzmittel für Männer. Obwohl seit 2012 der Markenschutz für Viagra abgelaufen ist und es zahlreiche Generika gibt, ist das Original weiterhin verschreibungspflichtig. Der Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat einen erneuten Antrag auf Entlassung des Wirkstoffs Sildenafil in der Dosierung 25 Milligramm aus der Verschreibungspflicht mehrheitlich abgelehnt. Dieser Antrag wurde bereits zuvor im Januar 2022 für die doppelte Dosis von 50 Milligramm abgelehnt.

Viagra – Die kleine blaue Pille für den Mann

Seit der Markteinführung von Viagra im Jahr 1998 hat die Potenzpille von Pfizer beeindruckende Gewinne erzielt. Männer auf der ganzen Welt verbinden mit der „blauen Diamant“-Pille die Hoffnung, Potenzprobleme einfach und effektiv zu bewältigen. Die Vorstellung, eine einzige Pille einzunehmen und die volle Manneskraft wiederzuerlangen, hat die männliche Sexualität revolutioniert, ähnlich wie die Antibabypille die Empfängnisverhütung revolutionierte. Obwohl Viagra mittlerweile von anderen Potenzmitteln wie Tadalafil, Vardenafil oder Avanafil abgelöst wurde, sind alle Medikamente mit diesen Wirkstoffen in Deutschland verschreibungspflichtig. Eine weitere Gemeinsamkeit, die sie teilen, ist die hohe Anzahl an gefälschten Medikamenten.

Funktionsweise von Potenzmitteln: Was passiert in deinem Körper?

Die hauptsächliche Wirkungsweise von Potenzmitteln besteht darin, die Durchblutung zu fördern, indem sie die Blutgefäße erweitern und verhindern, dass sie sich zu schnell zusammenziehen. In der Muskulatur der Blutgefäßwände befindet sich ein spezielles Enzym namens Phosphodiesterase-5 (PDE-5), das dafür verantwortlich ist, dass das Blut aus den Schwellkörpern wieder zurückfließt. Potenzmittel wie Viagra blockieren dieses Enzym und ermöglichen so einen verstärkten Blutfluss in den Penis. Dadurch wird die Erektion gestärkt und kann länger anhalten. Die Wirkung von PDE-5-Hemmern wurde durch umfangreiche Studien eindeutig belegt.

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Viagra löst keine automatische Erektion aus

Es ist wichtig zu wissen, dass Potenzmittel wie Viagra die Wirkung einer Erektion verstärken, aber nicht eigenständig eine Erektion auslösen. Nur wenn sexuelle Erregung auftritt und bestimmte Signale ankommen, weiten sich die Blutgefäße im Penis. Bei einer vollständigen Impotenz, beispielsweise nach einer Prostata-Operation, können PDE-5-Hemmer keine Erektion herbeiführen. Dennoch sind Viagra und Co. eine große Erleichterung für die Mehrheit der Patienten, bei denen nur ein Teil der Nerven geschädigt ist.

Wirkungseintritt und -dauer von Viagra

Der Wirkungseintritt von Viagra hängt von der individuellen Dosierung ab und kann zwischen 40 Minuten und mehreren Stunden dauern. Bevor der Wirkstoff im Penis ankommt, benötigt es in der Regel etwa eine Stunde. Die potenzunterstützende Wirkung kann anschließend mehrere Stunden anhalten.

Warum gibt es kein Viagra für Frauen?

Obwohl Viagra bei Männern wirksam ist, scheint es bei Frauen keine vergleichbare Wirkung zu haben. Es wird jedoch immer wieder von “Pink Viagra” gesprochen, einem in den USA zugelassenen Medikament mit dem Wirkstoff Flibanserin, das oft als “Viagra für die Frau” bezeichnet wird. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, da sich Flibanserin auf die Neurotransmitter im Gehirn auswirkt und angeblich eine antidepressive Wirkung hat, anstatt auf die weiblichen Schwellkörper der Geschlechtsorgane einzuwirken. Studien konnten diese Behauptungen bisher jedoch nicht eindeutig belegen, und in Deutschland ist Flibanserin nicht zugelassen.

Nebenwirkungen und Risiken von Potenzmitteln

Die Steigerung der Durchblutung durch PDE-5-Hemmer wie Viagra kann unangenehme Nebenwirkungen haben. Dazu gehören rote Ohren oder ein roter Kopf, ein niedriger Blutdruck, Schwindelgefühle und Sehstörungen. Bei plötzlichem starken Blutdruckabfall kann es sogar zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Es ist daher weiterhin wichtig, dass Viagra und ähnliche Medikamente nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich sind und vor der Einnahme eine medizinische Prüfung erfolgt. Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Herzmedikamenten, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Leberproblemen sowie bei der Einnahme von Blutdrucksenkern oder einem Notfallmedikament für Angina pectoris geboten.

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Vorteile der Verschreibungspflicht für Viagra

Die Verschreibungspflicht für Viagra hat ihre Vorteile. Eine unkontrollierte Einnahme von Sildenafil, dem Wirkstoff in Viagra, kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere für Patienten, die bereits Herzmedikamente einnehmen. Die Kombination von Nitrat-Medikamenten und Sildenafil kann zu einem lebensbedrohlichen niedrigen Blutdruck (hypotoner Schock) führen. Darüber hinaus kann eine ärztliche Untersuchung bei Erektionsproblemen frühzeitig auf Gefäßprobleme hinweisen, die ein Anzeichen für einen zukünftigen Herzinfarkt oder Schlaganfall sein könnten. Durch rechtzeitiges Handeln können diese Risiken minimiert werden.

Daher bleibt Viagra vorerst ein verschreibungspflichtiges Medikament. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Kosten für Viagra oder andere Potenzmittel nicht von den Krankenkassen übernommen werden.