Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse sind ein häufig angewandtes Mittel, um auf wachsende Kostenbelastungen und gesättigte Märkte zu reagieren. Sie bieten die Möglichkeit, Marktmacht zu erlangen und strategische Allianzen einzugehen.

Formen der Kooperation

Kooperationen können zwischen Herstellern und Händlern, im Großhandel und im Einzelhandel stattfinden. Dabei werden rechtliche und wirtschaftliche Aspekte der Zusammenarbeit vertraglich fixiert. Die rechtliche Selbstständigkeit bleibt erhalten, während die wirtschaftliche Selbstständigkeit eingeschränkt wird.

Es gibt verschiedene Arten von Kooperationen wie Joint Ventures, Arbeits- und Interessengemeinschaften, Normierungskartelle, Verbandszusammenschlüsse und Einkaufsverbände. Jedoch gibt es auch Kooperationsformen, die nicht erlaubt sind, wie Preiskartelle, Quotenkartelle und Gebietskartelle.

Gelegenheitsgesellschaften

Gelegenheitsgesellschaften sind zeitlich befristete und inhaltlich abgegrenzte Kooperationen. Beispiele hierfür sind Arbeitsgemeinschaften (Arge) und Konsortien. Arges werden häufig auf horizontaler Ebene eingesetzt, um gemeinsame Aufgaben zu erfüllen. Konsortien hingegen finden oft im Finanzbereich Anwendung, beispielsweise bei der Emission von Wertpapieren.

Interessengemeinschaften

Interessengemeinschaften ähneln Arbeitsgemeinschaften, sind jedoch auf eine längerfristige Zusammenarbeit in bestimmten Funktionsbereichen ausgelegt. Sie werden meist in der Rechtsform einer GbR geführt und treten nach außen hin nicht in Erscheinung. Typische Beispiele sind gemeinsamer Einkauf, Forschung und Entwicklung sowie gemeinsame Fertigung.

Kartelle und Syndikate

Kartelle haben das Ziel, durch Einschränkung des Wettbewerbs Marktmacht zu erlangen. Sie bestehen aus rechtlich selbstständigen Unternehmen, die jedoch durch vertragliche Verflechtungen zusammenarbeiten. Als strengste Form eines Kartells gilt das Syndikat.

Kartelle widersprechen dem Gedanken der Marktwirtschaft und sind daher grundsätzlich verboten. Es gibt jedoch einige Ausnahmen wie Quotenregelungen in der Landwirtschaft oder Mittelstandskartelle zur Rationalisierung. Dabei sind stets die EU-Verordnungen zu beachten.

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Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures)

Gemeinschaftsunternehmen, auch als Joint Ventures bezeichnet, werden von zwei oder mehr rechtlich selbstständigen Unternehmen gegründet. Sie dienen der Bündelung von Ressourcen und der Erschließung neuer Absatzmärkte. Gemeinschaftsunternehmen kommen besonders häufig bei ausländischen Investitionen zum Einsatz.

Erfolgsfaktoren von Kooperationen

Für den Erfolg von Kooperationen sind neben vertraglichen Regelungen vor allem der Wille zur Zusammenarbeit und ausreichende Ressourcen entscheidend. Weitere Faktoren sind Kenntnisse über den Markt und die Kunden, passende strategische Ausrichtung, Vertrauen, klare Zuständigkeiten, reibungsloser Informationsaustausch, passende Rahmenbedingungen, Nutzen für alle Partner sowie Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft.

Es gibt verschiedene Formen der Konzentration, darunter Beteiligungen, Konzerne und Fusionen.

Beteiligungen

Beteiligungen entstehen durch den Kauf von Geschäftsanteilen und ermöglichen Einflussnahme auf das Unternehmen. Die Höhe der Beteiligungsquote entscheidet über das Maß der Einflussnahme.

Konzernarten

Ein Konzern ist der Zusammenschluss mehrerer rechtlich selbstständiger Unternehmen unter einheitlicher Leitung. Man unterscheidet verschiedene Konzernarten wie horizontalen Konzern, vertikalen Konzern, Mischkonzern, Unterordnungskonzern, Gleichordnungskonzern, organischen Konzern und anorganischen Konzern.

Fusionen

Fusionen sind der Zusammenschluss von mindestens zwei Unternehmen unter Aufgabe der wirtschaftlichen und rechtlichen Selbstständigkeit. Es gibt verschiedene Arten von Fusionen, wie die Verschmelzung durch Neugründung oder die Verschmelzung durch Aufnahme.

Kooperationen, Beteiligungen, Konzerne und Fusionen bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Position am Markt zu stärken und Synergieeffekte zu erzielen. Der Erfolg dieser Unternehmenszusammenschlüsse hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter ausreichende Ressourcen, Marktknowledge, Vertrauen und eine klare Aufgabenteilung.