Sollten Sie beim privaten Autoverkauf eine Anzahlung verlangen?

Sollten Sie beim privaten Autoverkauf eine Anzahlung verlangen?

Der Verkauf eines gebrauchten Autos ist ein “Zug um Zug” Geschäft, bei dem das Auto gleichzeitig gegen Geld getauscht wird. Grundsätzlich ist eine Anzahlung gemäß § 266 BGB nicht vorgesehen. Der Schuldner muss den vereinbarten Preis in einer Einmalzahlung entrichten. Allerdings ist es nicht verboten, eine Anzahlung zu vereinbaren. In Absprache mit dem Käufer können Sie eine eigene Vereinbarung treffen.

Unbedingt vermeiden: Papiere gegen Anzahlung übergeben

Es wird generell empfohlen, insbesondere beim Kauf von Privatpersonen keine Anzahlung zu leisten, um das Risiko von Betrug zu vermeiden. Als vertrauenswürdiger Verkäufer sollten Sie nicht auf eine Sicherheitsleistung oder Reservierungsgebühr bestehen, insbesondere nicht, wenn der Kaufvertrag bereits unterzeichnet wurde.

Wenn Sie als Verkäufer dem Wunsch des Käufers nachkommen und ihm gegen eine Anzahlung bereits die Fahrzeugpapiere aushändigen, gehen Sie ein erhebliches Risiko ein. Damit übergeben Sie ihm faktisch den Eigentumsnachweis für Ihr Auto. Selbst wenn es sich um ein abgemeldetes Fahrzeug handelt, könnte der Käufer argumentieren, dass er es selbst zulassen und auf eigener Achse abholen kann. Aus welchem Grund auch immer: Geben Sie niemals die Fahrzeugpapiere heraus, bevor der Wagen vollständig bezahlt wurde!

Es kann vorkommen, dass ein potenzieller Käufer Ihnen von sich aus eine Anzahlung anbietet, zum Beispiel wenn er das Auto unbedingt kaufen möchte, aber aufgrund der Entfernung nur am Wochenende Zeit hat. Ob Sie das Angebot annehmen sollten, sollten Sie gut überlegen. Es kommt häufig vor, dass der Käufer es sich anders überlegt und die geleistete Anzahlung zurückverlangt. In solchen Fällen liegt es in Ihrer Hand, wie Sie weiter vorgehen möchten. Ein schriftlicher Kaufvertrag ist beim Verkauf eines Autos nicht zwingend erforderlich. Eine verbindliche Kaufvereinbarung, auch mündlich, ist ausreichend. Wenn Sie dies nachweisen können und kein ausdrücklicher Rücktritt vereinbart wurde, haben Sie möglicherweise die Möglichkeit, die Anzahlung ganz oder teilweise einzubehalten. Vorausgesetzt, dass Sie dem Käufer keine erheblichen Mängel verschwiegen haben. Die Situation ist jedoch keineswegs eindeutig! Rechtsstreitigkeiten sind oft die Folge. Um weiteren Ärger zu vermeiden, ist es am einfachsten, die Anzahlung zurückzugeben.

MEHR LESEN  Wir kaufen dein Auto in Passau – schnell und unkompliziert!

Wenn sich der Abholtermin und die Restzahlung immer wieder verschieben, werden Sie damit beschäftigt sein, den Käufer dazu zu bringen, den Kauf abzuschließen, indem Sie ihm hinterher telefonieren. Wenn Sie das Fahrzeug in der Zwischenzeit einem anderen Interessenten verkaufen, kann dies problematisch werden, wenn der ursprüngliche Käufer die Zahlung fristgerecht leistet, Sie jedoch nicht mehr in der Lage sind, Ihre Pflichten als Verkäufer zu erfüllen. Dies führt oft zu einer Anzeige. In diesem Fall bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, dem Käufer eine Frist zu setzen, innerhalb der er die ausstehende Zahlung leisten muss. Erst wenn diese Frist verstrichen ist, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten (gemäß § 323 BGB). Die geleistete Anzahlung muss natürlich an den Käufer zurückgezahlt werden.

Es ist ratsam, auf eine Anzahlung zu verzichten und Ihr Auto an jemanden zu verkaufen, der Ihnen den vollen Kaufbetrag sofort zahlen kann. Wenn Sie jedoch eine Anzahlung akzeptieren möchten, geben Sie das Fahrzeug, die Schlüssel und die Papiere erst heraus, wenn der vollständige Preis bezahlt wurde.