Portal zur Zwangsarbeit im NS-Staat

Portal zur Zwangsarbeit im NS-Staat

Das System der Konzentrationslager im NS-Staat war ein dunkles Kapitel der europäischen Geschichte. Über 24 Hauptlager und mehr als 1.000 Außenlager existierten zwischen 1936 und 1945. Die Grenzen zwischen Konzentrationslagern und anderen Haftstätten waren teilweise schwer zu bestimmen, besonders bei den frühen Konzentrationslagern und denjenigen, die während des Zweiten Weltkriegs in den besetzten Gebieten errichtet wurden.

Die ersten Konzentrationslager dienten den Nationalsozialisten hauptsächlich zur politischen Gegnerbekämpfung nach ihrer Machtergreifung. In kürzester Zeit wurden über 70 Konzentrationslager errichtet, in die politische Gegner willkürlich eingeliefert wurden. Die Inhaftierten wurden dort Entrechtung und sinnloser Arbeit ausgesetzt, begleitet von gewalttätigem Sadismus der Wachmannschaften und schlechten hygienischen Bedingungen.

Die Konzentrationslager wurden nach und nach zunehmend systematisiert und erhielten eine einheitliche Struktur. Die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) bestimmte die Bedingungen in den Lagern. Ab der zweiten Hälfte der 1930er Jahre wurden nicht nur politische Gegner, sondern auch andere Bevölkerungsgruppen inhaftiert, die nicht dem nationalsozialistischen Ideal der “Volksgemeinschaft” entsprachen.

Mit dem Beginn des Krieges expandierte das Lagersystem und die Haftbedingungen verschlechterten sich. Die Konzentrationslager dienten nun vermehrt als Orte der Ausbeutung zur Zwangsarbeit und der Massenvernichtung. Besonders das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde zum zentralen Ort für die geplante Massenvernichtung der europäischen Juden.

Die Stammlager hatten Außenlager oder Außenkommandos, die von der Verwaltung des Stammlagers kontrolliert wurden. Die Häftlinge in den Außenkommandos kehrten in der Regel nach ihrem täglichen Arbeitseinsatz ins Stammlager zurück.

Die Räumung der Konzentrationslager begann ab Sommer 1944 aufgrund des Vorrückens der Roten Armee. In den letzten Kriegsmonaten kamen zwischen einem Drittel und fast der Hälfte der noch gefangengehaltenen KZ-Häftlinge ums Leben.

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Es ist wichtig, sich mit der Geschichte der Konzentrationslager auseinanderzusetzen, um das Ausmaß des Leidens und der Grausamkeit zu verstehen, das im NS-Staat stattfand.

Literaturauswahl:

  • Benz, Wolfgang & Barbara Distel (Hg.). Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 1-9. München 2005-2009.
  • Herbert, Ulrich; Orth, Karin & Dieckmann, Christoph (Hg.). Die nationalsozialistischen Konzentrationslager. Entwicklung und Struktur. Frankfurt am Main 2002.
  • Kogon, Eugen. Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. München 2004.
  • Orth, Karin. Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsgeschichte. Hamburg 1999.
  • Tuchel, Johannes. Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der “Inspektion der Konzentrationslager” 1934-1938. Boppard am Rhein 1991.
  • Tuchel, Johannes. Die Inspektion der Konzentrationslager 1938 – 1945. Berlin 1994.