Einwanderung in den USA: Die Realität an der Grenze zu Mexiko

Einwanderung in den USA: Die Realität an der Grenze zu Mexiko

Die Einwanderung in die USA ist ein kontroverses Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird. Während in diesem Jahr etwa eine Million Menschen in den USA eingebürgert werden, leben schätzungsweise zwischen elf und zwölf Millionen Menschen illegal im Land. Obwohl US-Präsident George W. Bush eine überparteiliche Einbürgerungsreform unterstützt hat, scheiterte sie im letzten Jahr im Kongress. Die amerikanische Migrationswissenschaftlerin Amanda von Koppenfels betont, dass die USA auch nicht alle Antworten haben – es handelt sich um eine komplexe Angelegenheit.

Ein neuer Zaun an der mexikanisch-amerikanischen Grenze

Während die Einwanderungsreform auf Eis liegt, wird an der 2000 Meilen langen amerikanisch-mexikanischen Grenze daran gearbeitet, den illegalen Wechsel von einem Land ins andere unmöglich zu machen. Ein meterhoher Grenzzaun, der bereits 284 Meilen lang ist und bis zum Ende dieses Jahres auf 670 Meilen erweitert werden soll, soll diese neue Realität schaffen. Amanda von Koppenfels vergleicht diese Maßnahme mit der Berliner Mauer und warnt davor, dass eine solche Grenzziehung zu Integrationsproblemen führen könnte.

Die USA als Einwanderungsland mit bodenständigem Recht

Die Einwanderung in die USA ist kein neues Phänomen. Schon in der Vergangenheit gab es Phasen, in denen bestimmte Gruppen von der Einwanderung ausgeschlossen waren. Dennoch verstehen sich die USA traditionell als Einwanderungsland, in dem Menschen, die hier geboren werden und die amerikanische Sprache sprechen, sich den Gesetzen und der Geschichte des Landes verpflichtet fühlen, als Amerikaner betrachtet werden. Im Gegensatz dazu gilt in Deutschland das Abstammungsrecht, wonach nur diejenigen als Deutsche gelten, die deutsche Eltern haben, auch wenn sie in Deutschland geboren sind.

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Einwanderungsland Deutschland mit Herz

Auch Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten Immigration erlebt, doch erst vor acht Jahren wurde anerkannt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Die türkische Sozialanthropologin Sebnem Koser Akcapar fordert ein Umdenken in Deutschland auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Es ist wichtig, dass Einwanderer sich willkommen fühlen und das Gefühl haben, dazuzugehören. Akcapar betont, dass Deutschland sich noch nicht vollständig hinter der Aussage steht, ein Einwanderungsland zu sein.

Einbürgerungstest und Chancengleichheit

Die Diskussion um den Einbürgerungstest in Deutschland kann Amanda von Koppenfels nur begrenzt nachvollziehen. In den USA gibt es solche Tests bereits seit 20 Jahren. Sie vergleicht den Test mit dem Beitritt zu einem Club, bei dem man gewisse Voraussetzungen erfüllen muss. Gleichzeitig fordert Sebnem Akcapar bessere Bildungs- und Jobchancen für Immigranten in Deutschland, insbesondere für die türkischstämmige Bevölkerung. Sie verweist auf die erfolgreiche gezielte Förderung von Minderheiten in den USA und fragt, warum dieses System nicht auch in Deutschland angewendet werden könne.

Eine inklusive Gesellschaft schaffen

Sebnem Akcapar weist darauf hin, dass der Vorwurf, dass Türken sich nicht integrieren wollen, nur für eine kleine Minderheit der älteren Generation gilt. Ein Teilproblem ist der Gruppenzwang in den türkischen Gemeinschaften, der manchmal verhindert, dass fortschrittliche Eltern ihre Kinder anders erziehen, als es die Tradition vorsieht. Die Wissenschaftlerin schlägt vor, auf die Aufgabe der türkischen Staatsbürgerschaft zu verzichten, da auch die USA nicht mehr auf eine solche Forderung besteht.

Sprachkurse und kulturelle Vielfalt

In Deutschland bietet der Staat vielen Integrationswilligen die Möglichkeit, sich zu integrieren und Deutsch zu lernen. Im Gegensatz dazu mussten sich Einwanderer in den USA bis vor kurzem privat um Englischkurse kümmern, was mit hohen Kosten verbunden sein kann. Amanda von Koppenfels lobt Deutschland für diese Unterstützung und betont, dass es wichtig ist, dass Einwanderer Teile ihrer kulturellen Identität bewahren dürfen.

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Abschließend betont von Koppenfels, dass es wichtig ist, dass Deutschland seine Einstellung zu Einwanderern und die Chancengleichheit weiterentwickelt. Eine inklusive Gesellschaft, in der Einwanderer willkommen sind und gleiche Chancen haben, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration.