Bauhaus-Architektur in den USA: Der spirituelle Geist des Bauhauses lebt in New York, Chicago und Boston

Bauhaus-Architektur in den USA: Der spirituelle Geist des Bauhauses lebt in New York, Chicago und Boston

Gedränge, Verhüllungen und Bauarbeiten prägen seit zwei Jahren das Museum of Modern Art in New York. Doch hinter all dem Chaos wird bereits das neue, erweiterte Museum sichtbar. Besonders eindrucksvoll ist die Lounge im ersten Stock, von der aus Besucher einen Blick auf den berühmten Skulpturengarten genießen können. Der Weg zur Lounge führt über eine Treppe aus Terrazzo, Glas und Stahl, die seit 1939 unverändert geblieben ist. Diese Treppe, auch bekannt als “Bauhaustreppe”, ist ein Symbol für den Geist des Bauhauses, der das MoMa bis heute prägt.

Der Einfluss des Bauhauses im MoMa

Als das MoMa 1929 in New York eröffnete, war bereits klar, dass es sich dem Bauhaus verpflichtet sah. Alfred Barr, der Gründungsdirektor des Museums, hatte zuvor eine Europareise unternommen, bei der er Bauhausgründer Walter Gropius und andere Bauhaus-Künstler traf. Die gesamte Struktur des MoMa war vom Bauhaus beeinflusst. Es war die erste Kunstinstitution in Nordamerika, die Architektur, Design und Fotografie in ihr Programm aufnahm. Frühzeitig organisierte das MoMa Ausstellungen zur modernen Architektur und präsentierte Werke von Bauhaus-Architekten wie Mies van der Rohe und Marcel Breuer.

Der Einfluss des Bauhauses in den USA

Parallel zur Ausstellung im MoMa begannen die Architekten des Bauhauses ihr Wirken in Nordamerika. Walter Gropius und Marcel Breuer fanden Anstellungen an der Harvard Graduate School of Design und revolutionierten dort die Architekturlehre. Mies van der Rohe, László Moholy-Nagy und Ludwig Hilberseimer gründeten in Chicago das New Bauhaus, das später in das Institute of Design am Illinois Institute of Technology überging. Der Einfluss des Bauhauses auf die amerikanische Architektur, Städteplanung und Inneneinrichtung war enorm und beschleunigte die Entwicklung der Moderne in den USA.

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Architektur-Ikonen in New York, Chicago und Boston

In New York hinterließen die Bauhaus-Architekten markante Spuren. Das Seagram-Gebäude an der Park Avenue, das von Mies van der Rohe entworfen wurde, ist ein herausragendes Beispiel für Bauhausdesign. Das Gebäude war seinerzeit das teuerste der Geschichte und beeinflusste die Architektur kommerzieller Gebäude weltweit. Weitere Beispiele sind das Lever House und das MetLife Building. In Chicago prägte vor allem Mies van der Rohe mit seinen Gebäuden das Stadtbild. Sein Stil, geprägt von Stahl und Glas, setzte neue Maßstäbe. Besonders bekannt sind das Farnsworth House und die Crown Hall. In Boston beeinflusste Walter Gropius als Professor an der Harvard Graduate School of Design eine ganze Generation von Architekten. Zu den von ihm realisierten Bauten gehören das Graduate Center und das John F. Kennedy Federal Building.

Tipps für einen Besuch

Wer das MoMa in New York besuchen möchte, sollte sich aufgrund der Bauarbeiten vorab über die Öffnungszeiten informieren. Auch das Seagram-Gebäude und das Met Breuer sind einen Besuch wert. In Chicago können die Mies-van-der-Rohe-Gebäude der University of Chicago besichtigt werden. Das Farnsworth House ist ein lohnenswertes Ausflugsziel in der Nähe von Chicago. In Boston kann man das Gropiushaus in Lincoln und das Harvard Graduate Center besuchen.

Das Bauhaus hat die moderne Architektur in den USA maßgeblich beeinflusst. Die Architekturikonen in New York, Chicago und Boston sind Zeugnisse dieser Einflüsse. Wer sich für Architektur und Design interessiert, sollte diese Städte unbedingt besuchen und die Bauhaus-Spuren erkunden.

MoMa Bauhaustreppe

Seagram-Gebäude

Farnsworth House